Vorwort

Sagen Sie mal, 

finden Sie das nicht auch schade? In fast jedem Bücherregal steht eine Bibel, und kaum jemand findet sie spannend. Ungelesen und oft verstaubt fristet sie ihr Dasein zwischen Krimis und Romanen, Comics und Klassikern. Dabei stehen die Geschichten der alten Bibel denen der modernen Bestseller in nichts nach.

Sex and Crime, Geldgier und Gottessuche, Seitensprünge und Seelenfrieden - diese Grundpfeiler jedes fesselnden Thrillers finden sich auch in der "heiligen" Schrift. Doch es ist anstrengend, aus den zigtausend Bibelversen  die guten Geschichten herauszufiltern. Zum einen, weil die Sprache für heutige Leser ziemlich fremdartig wirkt ist. Zum anderen, weil berufsmäßige  Bibelgelehrte und Prediger mit Moral und Monotonie aus dem spannendsten Buch  der Welt eine Schrift der heiligen Langeweile gemacht haben. Statt sie nur  vorzulesen und auszulegen, hätten sie die Protagonisten der Bibel auch mal persönlich interviewen können. So wie wir in den vergangenen Monaten.

Zugegeben, es gehörte einige Vermessenheit (und viel Recherche) dazu, Jesus, Judas und all die anderen aufzutreiben und zum Gespräch zu bitten. Doch die  Auskunftsfreude unserer Gesprächspartner machte uns Mut. Selten zuvor sind wir auf so viel Offenheit gestoßen. Wir trafen Menschen, die Jahrhunderte lang zum Schweigen verurteilt waren und nun endlich die Chance nutzen wollten, ihre Version der Geschichte zu erzählen. "Uns hat ja bisher noch niemand gefragt": Diesen Satz hörten wir während der Interviews immer wieder.

Wie ein Lauffeuer sprach sich in den einschlägigen Kreisen herum, dass wir auf Interview-Reise sind. Deborah und Goliath, Pontius Pilatus und Lydia haben sich bereits bei uns zum Interview angemeldet. Sollten Sie Fragen an eine biblische Person haben, werden wir sie gerne weiterleiten. Schreiben Sie sie uns!

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre der ganz besonderen Art. 

Uwe Birnstein und Juliane Werding


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